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Bitmania
2019-08-04 10:38
by master32
811A Tube, Cetron572B, G811, Ham Radio Amplifier
Heute schreibe ich mal etwas über die bekannte Senderöhre 811 A. Viele Selbstbau Endstufenprojekte basieren auf der 811A

Sendetriode. Sie ist direkt geheizt, das bedeutet Die Heizung und die Kathode aus der die Elektronen austreten sind aus einem Faden.
Die Konstruktion dieser Röhre entspricht der Herstellungstechnik der 30er Jahren. Sie hat einen Quetschfusssockel, durch die die

Anschlussdrähte hindurchfeführt sind zu den eigendlichen Systemen, ausser die Anode, diese wird oben an einer 14mm Kappe

abgenommen , bzw dort wird die DC Hochspannung angelegt. Geheizt wird sie mit 6,3 Volt und der Strombedarf liegt bei ca 4 Amp.
Unten hat sie 4 Anschlüsse für den UX4 Sockel. Zwei Anschlüsse sind die Heizung / Kathode, der dritte das Steuergitter. Der vierte Pin ist

unbelegt. Ich würde heute peinlichst genau darauf achten gute fest"beissende" Sockel zu bekommen, wo die Pins richtig fest gehalten

werden. Viele Geheimnisse gibt es zur 811A nicht mehr zu erzählen sie ist ja seit naja fast 100 Jahren bekannt. einige eigens gemachte

Erfahrungen möchte ich doch mitteilen. Fangen wir mit der Belastbarkeit an. In den Datenblättern steht zwischen 40 und 65 Watt

Anodenverlustleistung, das ist nicht Sonderlich viel und man muss gut aufpassen wenn man eine Endstufe abstimmt, oder überlastet.
dise Röhre ist als "Sprechröhre" konstruiert und darf ohne Probleme überlastet werden. Die "Sprechleistung" im Seitenband J3E ist bei

ca 220 Watt. Das bedeutet aus einer Ameritron AL811H lassen sich ca 800 bis 900 Watt PEP , also Spitzenleistung herausholen. Dabei

dürfen bei langen Durchgängen die wirklich dünnen Anodenbleche auch mal ganz leicht dunkel Kirschrot werden, aber wirklich nur kurz

und nur gerade so sichtbar. Keinesfalls dürfen Löcher oder Flecken zurückbleiben, das ist sie sofort hinüber . Das kann ganz schnell

gehen und ist mir auch schon passiert. Löcher habe ich keine hinbekommen aber durch unachtsame Abstimmerei über unzulässig lange

Zeit habe ich eine Anode verbrannt. Übrigens "reinigt" sich die Röhre selber wenn sie *leicht*!! Dunkelrot wird. Dazu hat sie einen

Zirkonium Getterring an der Anode kleben. Die meisten haben keinen Getterspiegel zumindest nicht bei den G811 Russen ab den 60er

Jahren.

Es gibt (gab) verschiedene Hersteller für die 811A mit leichten Variationen und Verstärkungen der Anodenbleche um die

Wärmeabstrahlung zu verbessern(RCA 811A). Zaubern kann davon natürlich keine. Es bleibt eine sehr preisgünstige Röhre bei der man

einige Regeln einhalten muss um lange Freude daran zu haben. Hält man diese ein, hat man eine schöne Leistungsfähige preiswerte

Endstufe.

Die russische G811 von rzep wird heute aus Russland zu unschlagbar günstigen Preisen aus NOS Bestand angeboten. Die Qualität der

Russen ist eigendlich gut. Bei 50 Röhren hatte ich 2 gebrochene Heizungen. Kann passieren bei dem Alter und den Transportweg.

Eine andere Röhre die nur Hergestellt wurde um die 811A zu Verbessern bzw die Anodenverlustleistung drastisch zu Erhöhen ist die

572B. Diese kann 160 Watt Verlust und hat mm Dicke Anodenprofile aus Graphit, Sie kann auch deutlich höhere Anodenspannung. Aus 2

572B lassen sich 800Watt J3E PEP holen zb in der Yaesu FL2100 und deren Klone zb Heathkit SB 200.

Die 811A ist direkt durch die 572B Ersetzbar, Die Betriebssicherheit wird deutlich höher da zur Verlustleistung und Anodenspannung

deutliche Resevern bestehen. Umgekehrt kann man keine Endstufe die für die 572B konstruiert wurde mit 811ern bestücken!! Die

Anodenspannung muss gedrosselt werden und die schwächeren Anodenbleche sollte man im Hinterkopf behalten.

Jetzt der Nachteil denn wo Licht , da auch Schatten. Die 572B zb von Cetron/ JAN wird seit Jahrzehnten nicht mehr hergestellt. die

Gebrauchtpreise sind nicht aktzeptabel und völlig Übertrieben. Svetlana ebenso ,werden auch nicht mehr Produziert. Einzig Shuguang

produziert sie noch, haben aber den Ruf durchzuschlagen . Wenn diese aber eh nur die 811A ersetzen soll ist das nicht so Kritisch da die

811a eh mit 30 % weniger Anodenspannung läuft als für eine 572B vorgesehen. In einer FL2100 wäre ich Vorsichtiger mit der China

Röhre.

Noch 2 Worte zur Kühlung. Viel hilft viel ist völlig Falsch !! gar schädlich. Die 811 ist Strahlungsgekühlt. Die meiste Wärme wird von der

Anode durch das Vakuum und durch den Glaskolben im Infrarotbereich nach Aussen abgegeben. Ein leichter Luftstrom unterstützt das

ganze Positiv. Wer aber jetzt eine Turbine installiert kühlt nur den Glaskolben auf eine unzulässig niedrige Temperatur denn das

Infrarotlicht durch das Vakuum braucht genausolange wie vorher, denn dort kommt man mit dem Luftstrom nicht hin. Das einzige was man

mit zuviel Luft anstellt ist die Röhre noch härter thermisch belasten. Es ist also ein krasser Denkfehler der bei vielen hartnäckig im Kopf

sitzt. Man erreicht aber genau das Gegenteil, nämlich eine kürzere Lebensdauer. Die Anode braucht Zeit zum Wärme abgeben , Stichwort

Duty Cycle beachten und einhalten !


Auf Datenblätter verzichte ich jetz bewusst, es gibt jede Menge im WWW darüber zu lesen. Was man aber so gut wie nicht findet sind

Bilder von einer "geschälten" 811 . Wer neugierig ist wie ich, wird sich sicher jetzt erfreuen können , hier die Bilder von einer Röhre an
der der Heizfaden/Kathode gebrochen war.




























































































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