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Bitmania
2016-02-21 10:45
by master32
Platinen selber ätzen
Heute beschreibe ich stichpunktartig die wichtigsten Arbeitsvorgänge beim konventionellen einseitigen Platinenätzen.

Die wichtigsten Utensilien dabei wären:

Die Ätzküvette

Eine Pumpe (meist Aquariumpumpe) mit Sprudelröhrchen im Wasserbad.

Ein Thermometer bis 50 Grad.

Eine Heizung um das Ätzbad zu erwärmen. (meist auch aus dem Aquariumzubehör)


2 Kunststoff oder Glassschalen , eines mit Entwickler, und eines mit Wasser als Stopbad.

Einen Eimer mit klarem Wasser, um die Platinen nach dem ätzen etwas zu waschen.

Etwas Spiritus, um später den Photolack von den fertig geätzen Platinen zu wischen.

Platinenlack, damit das Kupfer an der Luft nicht oxidiert.

In meinem Fall einseitige Kupferbeschichtete Platinen mit Fotolack.

eine Ätzvorlage auf Pergamentpapier, optional noch eine Dose " Tonerverdichter " von Reichelt.

Platinenmaterial benutze ich von Bungard.

Küchenwaage bis 500 Gramm

Messbecher bis 500 ml (Lackierbecher eignet sich super)

2 Kunsstoffpinzetten

Spiritus

Lötlack SK 10 ( Hersteller Kontakt Chemie)


Die Waage





Der Lackierbecher als Messbecher.












Das ganze läuft dann wie folgt ab:

Ich bereite den Entwickler ( Natriumhydroxid, Natronlauge) in einer Kunstoffschale vor.
Am Besten wenn er ca 35 Grad hat, das geht super mit heissem Wasser aus der Leitung.
Auf 400 ml Wasser gebe ich 3,5 Gramm Natriumhydroxid und rühre etwas mit der Pinzette bis sich alles aufgelöst hat.

In die zweite Kunsstoffschale gebe ich klares Wasser als Stopbad, um das Entwickeln zu stoppen.

Das Ätzmittel und der Entwickler






Frisches klares Entwicklerbad









Die Ätzküvette befülle ich zu 85 % mit Wasser (nicht bis zum Rand füllen sonst schwappt nacher alles raus)
Am Besten auch warmes Wasser einfüllen, da mit der Heizung das Wasser auf 47 Grad erwärmt wird.
Jedoch nicht über 50 Grad.

Dann fülle ich Ätzsulfat in die Küvette, schalte vorher die Pumpe ein das schön geblubbert wird ;-)
Ebenso die Heizung, und halte das Thermometer im Auge. Auf einen Liter Wasser gebe ich 250 Gramm Ätzsulfat.
Ein Kunststoffstab zum hin und her rühren ist zusätzlich von Vorteil.

Das Thermometer





Die Heizung








Jetzt wird es Zeit die Platinen zu belichten.
Die Belichtungsvorlage auf Pergamentpapier sprühe ich mit Tonerverdichter ein, das zeugt wirkt wahre Wunder und dunkelt die

Vorlage nocheinmal gut nach. Es trocknet innerhalb weniger Minuten.

Der Tonerverdichter







Ich entferne die Schutzfolie im abgedunkelten Raum, lege meine Belichtungsvorlage
**richtig** herum auf, und lege das ganze auf einen UV Belichter. Bei meiner Anlage und Platinenmaterial brauche ich 5 Minuten
belichten. Das kann verschieden sein, je nach Alter der Platine und Hersteller. 5 Minuten sind ein guter Richtwert.

Die Belichtungsvorlagen auf Pergamentpapier










Der UV Belichter











Nachdem die Platine belichtet ist lege ich sie ins Entwicklerbad. Mit der Pinzette schwenke ich die Platine etwas auf und ab,
dabei entsteht ein schwarzer Schleier, der Photolack der sich ablöst, wenn sich keine Schlieren mehr von der Platine "lösen" wandert die Platine ins klare Wasser (Stopbad). Man sollte jetzt die Leiterbahnen deutlich und scharf erkennen können.


Fertig entwickelte Platine im Entwicklerbad





gebrauchtes Entwicklerbad





Fertig entwickelte Platine im Stopbad









Jetzt kommt die Platine ins Ätzbad, nach etwa 4 minuten sollte sich langsam das Kupfer von der Platine lösen.
Am Besten helles Licht anschalten um den Ätzvorgang genau beobachten zu können. Wenn alles "freigeätzt" ist lege ich die Platine in den Wassereimer. Das ätzen ist jetzt beendet.


Die Ätzküvette mit fast fertig geätzter Platine, in der mitte ist noch ein kleiner Fleck.










Mit Spiritus entferne ich den Fotolack, der sich auf den gebliebenen Leiterbahnen befindet. Damit das Kupfer jetzt nicht an der Luft oxidiert, sprühe ich die trockene Platine dünn mit Lötlack ein,
und lasse sie trocknen.

Handelsüblicher Spiritus






Der Lötlack zum Schutz vor Korrosion, durchlötbar ohne Probleme.






Fertig ist das Ätzen. Danach schneide ich die Platinen entsprechend, und bohre die Löcher.
Wer Hartpapier bohren möchte kann das mit normalen HSS Bohrer machen, bei Glassfaser zb FR4 ist unbedingt ein

Hartmetallbohrer zu benutzen.

Das fertige ergebnis:




Fertig geätzte Platinen











Platine mit Lötlack







Platinen bohren







Das Finale








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